Nachbetrachtung TAXI DRIVING INNOVATION-Webinare: Let´s Talk Electric!

Chance E-Mobilität: ein Schritt in die Zukunft
Im Rahmen der diesjährigen „Taxi Driving Innovation 2020“ hat der Bundesverband in insgesamt vier Webinaren gemeinsam mit dem Partner Deutsche Telekom die unterschiedlichsten Aspekte der Elektromobilität im Taxigewerbe beleuchtet. Dank des regen Interesses der zahlreichen Teilnehmer und den spannenden Expertenvorträgen konnten die Themen „modernes E-Taxi“, „Ladeinfrastruktur“ und „Fördermittel“ aus grundsätzlicher wie auch aus detaillierter Perspektive betrachtet werden.

Zum Auftakt ließ Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverband Taxi und Mietwagen e.V., keinen Zweifel daran: An der E-Mobilität führt kein Weg vorbei. Ein Beispiel dafür ist Hamburg. Die Stadt an der Elbe will das Taxigewerbe bis 2025 emissionsfrei machen. Das sind nur noch fünf Jahre, sagte Dirk Ritter von der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Darauf muss sich das Gewerbe einstellen, auch wenn das nicht so einfach ist. Denn eines der Probleme ist die Batterie, sie hat häufig nur bis 150.000 Kilometer Garantie. Die Laufleistung eines Taxis liegt aber durchschnittlich doppelt so hoch. Wer seine Batterie extra versichern möchte, findet keine entsprechenden Angebote, beim Austausch drohen hohe Folgekosten. Ergo fördert das nicht unbedingt den Umstiegswillen, hat auch die Behörde erkannt.




Das moderne E-Taxi: Beispiele Polestar und Jaguar

Im ersten themenspezifischen Webinar stellten Alexander Lutz von Polestar und Christoph Enger von Jaguar LandRover ihre Fahrzeuge vor. Dabei muss sich die Volvo-Tochter mit dem Polestar 2 erst noch dem kritischen Auge der Taxibranche stellen – denn Praxiswerte im Taxibereich liegen noch nicht vor. Jaguar hat dagegen schon ordentlich vorgelegt und ist besonders in München unterwegs. Hier werden Erfahrungen und Daten gesammelt, wie sich der I-Pace als E-Taxi bewährt. Dazu gehört eine Reichweite von bis zu 470 Kilometern. Die Preise der Fahrzeuge liegen aktuell im oberen Preissegment, werden aber durch die Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern erschwinglicher. Hinzu kommt jedoch noch die Umrüstung als Taxi.

Die Ladeinfrastruktur ist entscheidend

Neben Regensburg sind es mit Hamburg, München, Berlin und Köln die deutschen Millionenstädte, die mit der Ladeinfrastruktur punkten können, so Amelie Thürmer vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.. Der Masterplan Ladeinfrastruktur sieht vor, dass bis 2022 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte geschaffen sein sollen. Dabei sollen auch die Ladebedarfe verschiedener Nutzergruppen wie beispielsweise der Taxiflotten genau untersucht werden. Und ein Thema bewegte die Fragenden immer wieder: Was ist mit Falschparkern auf Ladeparkplätzen? Und wird sich auch das Laden gegenüber dem Tanken ändern? Sicherlich, so die Meinung von Robert Buch von der Deutschen Telekom.
Fördermöglichkeiten können den Grundstein legen.



Blog-Beitrag Katja Diehl: Rückblick Taxi Driving Innovation 2020


Zum vorläufigen Abschluss der Reihe ging es um das, was für die Branche ein wesentlicher Faktor beim Umstieg auf die E-Mobilität sein kann - die Förderung. Gregor Beiner, mit dem Münchner Taxi Zentrum einer der erfahrensten E-Pioniere im Gewerbe, legte die Zahlen auf den Tisch. 50.000 Taxis sind in Deutschland gegenwärtig unterwegs. Deutlich weniger als 100 davon fahren mit Strom. Auch für Laien ist klar, dass da noch Luft nach oben ist. Mit entsprechender finanzieller Unterstützung, sowohl bei der Anschaffung der Fahrzeuge als auch bei der Infrastruktur, ließe sich da viel bewegen.

Jürgen Papajewski vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), sagte im Zuge der Corona-Hilfen werde auch die E-Mobilität gefördert. Dazu seien auch schon vor der Krise verschiedene Programme an den Start gegangen, die jetzt teilweise noch eine Erweiterung erfahren haben. Wichtiger Hinweis: Wer Ladeinfrastruktur gefördert haben möchte, sollte nicht schon anfangen und parallel den Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen. Sondern: Erst die entsprechenden Rahmenbedingungen klären und dann den Ausbau starten.

Das waren noch nicht genug Infos? Hier geht’s zur Ergebnispräsentation und zum Blog-Beitrag von Katja Diehl, unserer Moderatorin der diesjährigen Taxi Driving Innovation!

(Meldung vom 31.08.2020)