Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören leider weiterhin zur Tagesordnung



Der Beruf des Taxi- und Mietwagenfahrers gehört aufgrund seiner langen Arbeitszeit, aber auch wegen der mit dem ständig steigenden Individualverkehr in den Großstädten zwangsläufig verbundenen Hektik sicherlich zu einem der anstrengendsten Berufe der heutigen Zeit. Leider gehört er auch zu einem der gefährlichsten, Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören weiterhin zur Tagesordnung.

Überfallstatistik von 1985 bis 2006

Auch 2006 wurde wieder ein Kollege von Verbrecherhand getötet, 419 wurden verletzt. 2005 waren 325 Verletzte und 3 ermordete Kolleginnen und Kollegen zu beklagen. In 2004 gab es 465 Verletzte, ein Kollege wurde ermordet.  2003 gab es sogar 498 Verletzte, auch wenn in diesem Jahr erstmals seit 1985 (!) kein Mordopfer zu beklagen war. 2002 wurden 3 Taxifahrer durch Verbrecherhand getötet, 385 verletzt.

Eine Entwarnung bei der Sicherheitslage wäre also blauäugig: Seit 1985 wurden 78 Taxifahrer und Taxifahrerinnen ermordet und mindestens 7.551 bei Überfällen und Tätlichkeiten verletzt.

  Überfälle Verletzte Tote  
  1985 253 2
1986 365 3
1987 290 4
1988 276 1
1989 261 5
1990 260 3
1991 323 4
1992 361 4
1993 384 2
1994 389 6
1995 337 10
1996 302 4
1997 208 2
1998 305 7
1999 298 3
 2000 435 5
2001 412 5
 2002 385 3
  2003 498 0
   2004   465  1

2005

325 3
2006 419 1


Die ungebrochen hohe Zahl der ermordeten sowie bei Überfällen verletzten Taxifahrer und Taxifahrerinnen zeigt vor allem, dass weiterhin intensive Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheitslage im Taxi unternommen werden müssen. Blinkende Dachzeichen, diverse Verbesserungen in den Taxiausstattungen der Fahrzeughersteller, aber auch Videoüberwachungen sind Weiterentwicklungen, zu denen die Unternehmen inzwischen greifen können.

Einen wesentlichen Fortschritt in der Sicherheit versprechen insbesondere moderne Ortungsalarme, die den herkömmlichen, „lauten" Taxialarm ablösen bzw. sinnvoll ergänzen können. Die Aktivitäten des Bundesverbandes reichen neben der Unterstützung eines Taxi-Notrufprojektes in Baden-Württemberg in den 90er Jahren über die Beantragung einer bundeseinheitlichen Betriebsfunk-Notruffrequenz bis hin zur beratenden Begleitung bei der Entwicklung und Einführung von Ortungsalarmen über GPS (Global Positioning System). Die bundeseinheitliche Notruffrequenz 147,87 MHz wurde im Spätsommer 1998 zugeteilt. Inzwischen wurden die ersten Notrufe auf Betriebsfunkbasis auf dieser Frequenz eingerichtet. Der Nachteil dieser recht preiswerten Systeme ist, dass eine flächendeckende Versorgung über das Bundesgebiet wohl auch längerfristig nicht gewährleistet werden kann. Gleichwohl stellen sie eine sehr sinnvolle Ergänzung des konventionellen Alarmsystems dar.

Die Firma Tegaron hat in enger Zusammenarbeit mit dem BZP ein auf dem DaimlerChrysler-Unfallrettungssystem „TeleAid" basierendes GPS-Notrufsystem auf GSM-, also auf Mobilfunkbasis, entwickelt. Die ersten Taxis mit diesem bundesweit verfügbaren Satellitenalarm wurden Anfang 2000 ausgeliefert. Leider musste das System Ende 2000 wegen umfangreicher Softwareänderungen der Mobilfunkbetreiber wieder vom Markt genommen werden. Der BZP hat sich jedoch nicht entmutigen lassen und insbesondere Sicherheits- und Logistikausrüstungsanbieter zur Entwicklung vergleichbarer Angebote animiert. Inzwischen haben mehrere Systeme in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband in Praxistests ihre Marktreife unter Beweis gestellt.

Neuen Auftrieb dürften solche Systeme auch durch den neuen Trend zu vollautomatischen Vermittlungszentralen auf GPS-Ortungs-Basis mit GPRS-Funkübertragung bekommen. Durch den nicht nur bundesweit, sondern auch länderübergreifend funktionierenden GPRS-Datenfunk-Standard in den Mobilfunknetzen steht ein flächendeckendes Medium für zeitgemäße Alarmsysteme zur Verfügung, die bei entsprechender Zentralenausrüstung mit relativ geringem Aufwand und vertretbaren Kosten installiert werden können.

Der BZP wird auch künftig mit seinen Ausschüssen jeder neuen Idee zur Verbesserung der Sicherheitslage aufgeschlossen gegenüberstehen und tatkräftig an der Verbesserung der Sicherheitslage arbeiten. Es gibt also gute Ansätze, andererseits ist niemand so vermessen zu glauben, dass es einen absoluten Schutz geben kann und wird. Überfälle werden leider auch in der Zukunft nicht zu verhindern sein, deren Zahl zu verringern hat aber eine realistische Chance.

Im Jahre 1991 führten Vorstand und Aufsichtsrat der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G. die TAXIstiftung Deutschland ein, deren Aufgabe es ist, unschuldig in Not geratenen Opfern von Gewaltverbrechen aus dem Taxi- und Mietwagengewerbe zu helfen und deren finanzielle Not zu lindern. Großen Auftrieb erhielt die Stiftungstätigkeit durch den Beitritt des Bundesverbandes im Jahre 1993. Im Zusammenwirken mit den Stuttgarter Kollegen wurde auch die Sitzverlegung der TAXIstiftung Deutschland von Stuttgart nach Frankfurt am Main zur Geschäftstelle des BZP beschlossen. Der Vorstand der Stiftung setzt sich zusammen aus den jeweils 3 gewählten Präsidiumsmitgliedern und dem Geschäftsführer des BZP sowie den 3 Mitgliedern des Vorstandes der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G.

Im Jahr 2006 gelang es, auf den Konten der Taxistiftung über 27.000 € aus Spenden und betrieblichen Geldbußen gutzuschreiben. Für satzungsgemäße Zwecke, also die Betreuung von Taxifahrerinnen und -fahrern sowie deren Familienangehörige durch Gewährung von Geldleistungen wurden 2006 in 11 Fällen insgesamt 60.500,00 € als Unterstützungsgelder ausgegeben. Insgesamt leistete die Taxistiftung in den fünfzehn Jahren ihres bisherigen Bestehens bis Ende 2006 426.150,00 € an Hilfszuwendungen.

So spendete Volkswagen anlässlich der Europäischen Taximesse in Köln 3.169,40 €, Audi sammelte aus dem Verkauf von Modellfahrzeugen 2.925 €, die Firmen TAXI-RENT 2000 spendete in Köln 1.040 € und die Firmen CreaCar/Taxi-AD 343,48 €. Mercedes brachte gar 4.293 € zusammen, die allerdings erst in 2007 gutgeschrieben wurden und daher das Jahresergebnis nicht beeinflusst haben. Auch am BZP-Stand wurde gesammelt, hier kamen immerhin 615,27 € zusammen. Besonders erwähnenswert sind von Seiten der Industriespenden in 2006 noch 1.000 € von der Grazer Firma fms Datenfunk GmbH und insgesamt 2.000 € von der Firma Springer Transport Media GmbH.

Die Kollegen von der Taxi Auto Zentrale Stuttgart überwiesen insgesamt 3.410,20 €, die Taxi Nürnberg e.G. schickte 1.200 €. Die Bielefelder Funk-Taxi-Zentrale spendete 730 €, die Kollegen der Passauer Taxizentrale 275 €. Natürlich gingen auch wieder zahlreiche Einzel- und Dauerspenden von Unternehmen ein. Stellvertretend für Viele sei hier der Düsseldorfer Taxiunternehmer Rudolf Kämpf mit einer Einzelspende von 350 € genannt.

Wir bedanken uns natürlich auch bei allen hier nicht ausdrücklich erwähnten Spendern, die einen Beitrag für die überaus wichtige Arbeit der TAXIstiftung geleistet haben!

Wir hoffen, dass Sie uns niemals brauchen ... aber wir brauchen Sie

TAXIstiftung Deutschland
Zeißelstraße 11, 60318 Frankfurt/Main
Tel.: (0 69) 95 96 15-0

Frankfurter Volksbank e.G. Konto-Nr. 373 311 BLZ 501 900 00

 

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