Sicherheit im Taxi

Der Beruf des Taxi- und Mietwagenfahrers ist nicht nur aufgrund der modernen Verkehrsabläufe einer der anstrengendsten Berufe der heutigen Zeit, leider gehört er auch zu einem der gefährlichsten:

Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und -fahrer gehören zur Tagesordnung. In Deutschland wird praktisch täglich ein Kollege oder eine Kollegin bei einem Überfall oder durch eine Tätlichkeit verletzt. Seit 1985 wurden 78 Taxifahrerinnen und -fahrer ermordet. Die
Überfallstatistik zeigt, dass die Sicherheitslage im Taxi weiterhin sehr angespannt ist. 

Dies verdeutlicht, wie wichtig die Bemühungen des BZP und seiner Fachausschüsse zur Verbesserung der Sicherheitslage im Taxi sind. Neben der Initiierung und Entwicklungsbegleitung neuer Sicherheitstechniken arbeitet der BZP auch präventiv, jüngstes Produkt ist die BZP-Broschüre "Taxi fahren - aber Sicher!", die neben dem Schutz vor Kriminalität auch Verkehrssicherheit und Arbeitssicherheit behandelt und sich so hervorragend u.A. für Schulungen eignet. Die im Frühjahr 2006 erschienene Broschüre wird den BZP-Organisationen kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

Absolute Sicherheit im Taxi wird wohl Illusion bleiben. Viele gutgemeinte und ambitionierte Vorschläge wie z.B. die schusssichere Trennscheibe im Fahrzeuginnenraum fanden weder bei Taxifahrern noch der Kundschaft Akzeptanz. Der Schlüssel zur größtmöglichen Sicherheit im Taxi liegt nach allen Erfahrungen in Prävention und den Vorzügen moderner Sicherheitstechnik, die vor wenigen Jahren noch kaum denkbar erschienen. Im Folgenden die wichtigsten Ansätze:

Den größten Fortschritt in der Sicherheitslage verspricht sich der BZP von einem flächendeckenden, modernen Funkalarm auf Satellitenortungsbasis (GPS). Aufgrund der erheblichen technischen Fortschritte der letzten Jahre und des rasanten Preisverfalls elektronischer Komponenten wäre dieser schon in naher Zukunft flächendeckend und preiswert umsetzbar. Der BZP setzt sich deshalb nach jahrelanger Vorarbeit seiner technischen Ausschüsse und verschiedener Ausrüstungshersteller im Rahmen der bevorstehenden BOKraft-Novelle für die Pflichtausrüstung aller Taxis nach einer angemessenen Übergangszeit von 5 Jahren aus. Mehrere Hersteller haben hier inzwischen den Vorgaben des
BZP-Notrufkatalogs entsprechende Systeme zur Einsatzreife gebracht, die bei hinreichenden Stückzahlen unter 500 Euro - und damit nicht mehr viel teurer als die bisherige „laute“ Alarmanlage - angeboten werden können.

Als einziges flächendeckend verfügbares Übertragungsmedium kommen derzeit hierfür nur die Mobilfunk-Netze (GSM) in Betracht. Mit dem GPRS-Service der Mobilfunkbetreiber steht hier auch ein preiswerter und sehr schneller Übertragungsweg zur Verfügung, der auch in der Fahrtenvermittlung der Zentralen eine immer wichtigere Rolle spielt. Ein Ortungsalarm mit Übertragung über den herkömmlichen Betriebsfunk hingegen darf nach Auffassung des BZP aufgrund der geringen Reichweite nicht die einzige Alarmierungsmöglichkeit im Fahrzeug sein. Ein solcher Alarm ist jedoch durchaus eine sehr sinnvolle Ergänzung des bisherigen, konventionellen Alarmsystems.

Ein ganz wichtiger Aspekt der Prävention ist das richtige Verhalten eines Fahrers im Vorfeld eines möglichen Übergriffs durch Fahrgäste. So können Verhaltensfehler solche Situationen erst eskalieren lassen. Das taktisch richtige Verhalten wie auch Abwehrmaßnamen im Ernstfall sollten eigentlich zur Ausbildung jedes Taxifahrers gehören. Beispielhaft hierfür sind die Schulungen der Firma
Kuhlmann SVS Team, die seit über 15 Jahren hervorragende Sicherheitsseminare in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) anbietet. Die Teilnahme an den Seminaren ist für Mitgliedsunternehmen der BGF kostenlos (hheese@BGF.de).

Auch auf lokaler und regionaler Ebene gibt es Arbeitsgruppen, die sich intensiv um die Verbesserung der Sicherheitslage im Gewerbe kümmern. Beispielhaft sei hier die vorbildliche Arbeit erwähnt, die der
Arbeitskreis Taxisicherheit des BZP-Mitglieds Innung des Berliner Taxigewerbes leistet.

 

Ein weiterer hilfreicher Beitrag ist der auf die Initiative des BZP zurückzuführende und auf der Europäischen Taximesse im November 2002 vorgestellte Schulungsfilm „Reportage 24 - mehr Sicherheit im Taxi“ der BGF. Er kann beim Medienversand der BGF (GSV GmbH, Postfach 500 229, 22702 Hamburg, Fax 040/3980-1040) bestellt werden. Mitgliedsbetriebe der BGF erhalten das Video zum Selbstkostenpreis von 10 Euro, Nichtmitglieder für 25 Euro plus Versandkosten. Die Reportage ist für 15 bzw. 30 Euro auch als DVD erhältlich.

Eine sehr hohe präventive Wirkung haben auch Videoschutzsysteme, die im Taxigewerbe wie auch in anderen ÖPNV-Verkehrsmitteln immer weitere Verbreitung finden. Bereits 1992 wurde das  erste moderne Kamerasystem für Taxis auf den Markt gebracht, einen Anbieter solcher Systeme finden Sie hier.

Ergo: Sicherheitsschulungen (am besten als fester Bestandteil der Ausbildung) wie Pflichtausrüstung der Fahrzeuge mit flächendeckend verfügbarem Ortungsalarm sowie die zusätzliche Ausrüstung mit Videotechnik (auf freiwilliger Basis) stellen nach unserer Auffassung das derzeitig realisierbare Optimum an Sicherheit im Taxi dar.

Zukünftige technische Entwicklungen werden hoffentlich noch bessere Wege aufzeigen, um viel Leid zu ersparen und Menschenleben zu retten. Der BZP und seine Fachausschüsse stehen jeder neuen Idee zur Verbesserung der Sicherheitslage in Taxis und Mietwagen aufgeschlossen gegenüber.

(Letzte Aktualisierung 02.11.2006)

 

 

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