Sicherheit im Taxi

Der Beruf des Taxi- und Mietwagenfahrers ist nicht nur aufgrund der modernen Verkehrsabläufe einer der anstrengendsten Berufe der heutigen Zeit, leider gehört er auch zu einem der gefährlichsten:

Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und -fahrer gehören zur Tagesordnung. In Deutschland wird praktisch täglich ein Kollege oder eine Kollegin bei einem Überfall oder durch eine Tätlichkeit verletzt. Seit 1985 wurden 80 Taxifahrerinnen und -fahrer ermordet. Die Überfallstatistik zeigt, dass die Sicherheitslage im Taxi weiterhin sehr angespannt ist. 

Dies verdeutlicht, wie wichtig die Bemühungen des BZP und seiner Fachausschüsse zur Verbesserung der Sicherheitslage im Taxi sind. Neben der Initiierung und Entwicklungsbegleitung neuer Sicherheitstechniken arbeitet der BZP auch präventiv, jüngstes Produkt ist die BZP-Broschüre "Taxi fahren - aber Sicher!", die neben dem Schutz vor Kriminalität auch Verkehrssicherheit und Arbeitssicherheit behandelt und sich so hervorragend u.A. für Schulungen eignet. Die im Frühjahr 2006 erschienene und im Herbst 2008 bereits wieder neu aufgelegte Broschüre wird den BZP-Organisationen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Absolute Sicherheit im Taxi wird wohl Illusion bleiben. Viele gutgemeinte und ambitionierte Vorschläge wie z.B. die schusssichere Trennscheibe im Fahrzeuginnenraum fanden weder bei Taxifahrern noch der Kundschaft Akzeptanz. Der Schlüssel zur größtmöglichen Sicherheit im Taxi liegt nach allen Erfahrungen in Prävention und den Vorzügen moderner Sicherheitstechnik, die vor wenigen Jahren noch kaum denkbar erschienen. Im Folgenden die wichtigsten Ansätze:

Den größten Fortschritt in der Sicherheitslage verspricht sich der BZP von einem flächendeckenden, modernen Funkalarm auf Satellitenortungsbasis (GPS). Aufgrund der erheblichen technischen Fortschritte der letzten Jahre und des rasanten Preisverfalls elektronischer Komponenten wäre dieser schon in naher Zukunft flächendeckend und preiswert umsetzbar. Der BZP setzt sich deshalb nach jahrelanger Vorarbeit seiner technischen Ausschüsse und verschiedener Ausrüstungshersteller im Rahmen der bevorstehenden BOKraft-Novelle für die Pflichtausrüstung aller Taxis nach einer angemessenen Übergangszeit von 5 Jahren aus. Mehrere Hersteller haben hier inzwischen den Vorgaben des BZP-Notrufkatalogs entsprechende Systeme zur Einsatzreife gebracht, die bei hinreichenden Stückzahlen unter 500 Euro - und damit nicht mehr viel teurer als die bisherige „laute“ Alarmanlage - angeboten werden können.

Als einziges flächendeckend verfügbares Übertragungsmedium kommen derzeit hierfür nur die Mobilfunk-Netze (GSM) in Betracht. Mit dem GPRS-Service der Mobilfunkbetreiber steht hier auch ein preiswerter und sehr schneller Übertragungsweg zur Verfügung, der auch in der Fahrtenvermittlung der Zentralen eine immer wichtigere Rolle spielt. Ein Ortungsalarm mit Übertragung über den herkömmlichen Betriebsfunk hingegen darf nach Auffassung des BZP aufgrund der geringen Reichweite nicht die einzige Alarmierungsmöglichkeit im Fahrzeug sein. Ein solcher Alarm ist jedoch durchaus eine sehr sinnvolle Ergänzung des bisherigen, konventionellen Alarmsystems.

Ein ganz wichtiger Aspekt der Prävention ist das richtige Verhalten eines Fahrers im Vorfeld eines möglichen Übergriffs durch Fahrgäste. So können Verhaltensfehler solche Situationen erst eskalieren lassen. Das taktisch richtige Verhalten wie auch Abwehrmaßnamen im Ernstfall sollten eigentlich zur Ausbildung jedes Taxifahrers gehören. Beispielhaft hierfür sind die Schulungen der Firma Kuhlmann SVS Team, die seit über 15 Jahren hervorragende Sicherheitsseminare in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) anbietet. Die Teilnahme an den Seminaren ist für Mitgliedsunternehmen der BGF kostenlos. Interessenten (außerhalb Berlins) wenden sich an die BG Verkehr in Wiesbaden. (Herr Heiner Heese, Wiesbadener Str. 70, 67193 Wiesbaden, Tel.: 0611-94 13 -211 Fax: 0611-94 13 -121, E-Mail: heiner.heese@bg-verkehr.de )

Auch auf lokaler und regionaler Ebene gibt es Arbeitsgruppen, die sich intensiv um die Verbesserung der Sicherheitslage im Gewerbe kümmern. Beispielhaft sei hier die vorbildliche Arbeit erwähnt, die der Arbeitskreis Taxisicherheit des BZP-Mitglieds Innung des Berliner Taxigewerbes leistet. Erfahrungsberichte zu den BG Verkehr-Sicherheitsseminaren in Berlin, Termine und Anmeldemöglichkeiten erhalten Sie auch direkt hier

 

Ein weiterer hilfreicher Beitrag ist der auf die Initiative des BZP zurückzuführende Schulungsfilm „Reportage 24 - mehr Sicherheit im Taxi“ der BG Verkehr.
Er kann beim Medienversand der BG Verkehr (GSV GmbH, Postfach 500 229, 22702 Hamburg, Fax 040/3980-1040) als DVD bestellt werden. Mitgliedsbetriebe der BG Verkehr (und ihre Mitarbeiter) erhalten diese zum Preis von 7,50 Euro, Nichtmitglieder für 15 Euro (jeweils plus Mehrwertsteuer und Versandkosten).
 
Die "Reportage 24" kann bei der BG Verkehr auch direkt im Internet bestellt werden.

Eine sehr hohe präventive Wirkung haben auch Videoschutzsysteme, die im Taxigewerbe wie auch in anderen ÖPNV-Verkehrsmitteln immer weitere Verbreitung finden. Bereits 1992 wurde das erste moderne Kamerasystem für Taxis auf den Markt gebracht, einen Anbieter solcher Systeme finden Sie hier. Auch der BZP-Ausschuss "Technik und Software" arbeitet intensiv an einer Optimierung dieser Systeme, um die technischen Fortschritte der letzten Jahre für das Gewerbe nutzbar zu machen. 

Der Taxi-Ruf Bremen rüstet derzeit seine gesamte Fahrzeugflotte mit einem modernen Vermittlungssystem mit integrierter Video-Sicherheitsanlage aus. Die von einer Infrarotkamera erzeugten Bilder werden auf dem 7-Zoll-Touchscreen-Monitor des Vermittlungssystems, also im Blickfeld des Fahrers wie auch des Taxikundens, permanent angezeigt. Im Alarmfall können Bilder an die Zentrale gesendet werden, die dann auch in das Fahrzeug hineinhören kann.



Ergo: Sicherheitsschulungen (am besten als fester Bestandteil der Ausbildung) wie Pflichtausrüstung der Fahrzeuge mit flächendeckend verfügbarem Ortungsalarm sowie die zusätzliche Ausrüstung mit Videotechnik (auf freiwilliger Basis) stellen nach unserer Auffassung das derzeitig realisierbare Optimum an Sicherheit im Taxi dar.

Zukünftige technische Entwicklungen werden hoffentlich noch bessere Wege aufzeigen, um viel Leid zu ersparen und Menschenleben zu retten. Der BZP und seine Fachausschüsse stehen jeder neuen Idee zur Verbesserung der Sicherheitslage in Taxis und Mietwagen aufgeschlossen gegenüber.

(Letzte Aktualisierung 01.09.2010)

 

 

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