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Herbstveranstaltung des BZP und Europäische Taximesse 2006: Köln war Ende Oktober wieder „Taxi-Hauptstadt"!
Die traditionelle Verbindung der Herbstveranstaltung des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP) mit der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Europäischen Taximesse hat Köln auch dieses Jahr wieder ein paar Tage zu „der" Metropole des Taxigewerbes werden lassen:
Am 27. und 28.10.2006 wurde die unter dem eingängigen und klaren Motto „TAXI BEWEGT" laufende Europäische Taximesse wieder ihrem Anspruch als größte Fachmesse der Welt gerecht und hat ihre Ausnahmestellung weiter gefestigt. Bei einem leichten Rückgang der Besucherzahlen auf rund 12.000 - zwei parallel laufende Großmessen in Köln ließen einige Kölner Unternehmer und Fahrer am Freitag wohl das Taxigeschäft dem Messebesuch vorziehen - füllte die Rekordbeteiligung von 104 Ausstellern aus 12 Nationen die drei Hallen buchstäblich bis zum letzten Zentimeter aus. Taxameter, Dachzeichen, Computer, Hard- und Software für Taxizentralen und Taxibetriebe, Datenfunkanlagen, GPS-Ortungs- und Vermittlungssysteme, bargeldlose Zahlungssysteme, Versicherungen, Fachliteratur, Bekleidung und vieles mehr präsentierten die Aussteller, wobei vielen Besuchern auch eine „höhere Qualität" der Messestände auffiel. So ließen es sich auch Weltkonzerne wie die Deutsche Telekom und TOTAL nicht nehmen, auf „der" Messe des Taxigewerbes Flagge zu zeigen. |
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Dies gilt natürlich umso mehr für die Automobilindustrie. Wer sich im schwierigen Geschäft des deutschen und europäischen Taxigewerbes behaupten will, muss einfach in Köln dabei sein. Dementsprechend glänzten die Hauptdarsteller Mercedes, Volkswagen, Opel, Ford und Audi mit entsprechend aufwendigen Messeauftritten. Mercedes präsentierte auf seinem Messestand die „Ahnengalerie" der überarbeiteten E-Klasse vom Strich-8er über Heckflosse bis hinunter zum 180er-Ponton und wird so sicherlich bei nicht wenigen Messebesuchern wehmütige Erinnerungen hervorgerufen haben. Doch nicht nur die Helden vergangener Tage, auch die Arbeitswerkzeuge der Zukunft waren zu bestaunen. So präsentierte Citroën den futuristischen 7-Sitzer C4 Picasso, der 14 Tage vorher auf der Mondial de l´Automobile in Paris als „Zivilfahrzeug" vorgestellt wurde, als Taxi-Weltpremiere. Vor dem Hintergrund der enorm gestiegenen Treibstoffkosten standen besonders Erdgasfahrzeuge im Mittelpunkt. Diese waren bei auf den Ständen diverser Hersteller ebenso vorzufinden wie bei dem Trägerkreis Erdgasfahrzeuge auf einem eigenen Stand. VW stellte erstmals den erdgasbetriebenen Touran EcoFuel kurz nach seiner Weltpremiere auf dem Pariser Salon in der überarbeiteten Version als Taxi vor, darüber hinaus war Volkswagen Nutzfahrzeuge mit einem Caddy EcoFuel und einem Caravelle Taxi in bivalenter Erdgas-Ausführung vertreten.
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Der internationale Anspruch der Messe wurde am Freitag durch ein begleitendes, von der Taxigruppe der International Road Transport Union (IRU), dem BZP und der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein veranstaltetes, durch Unterstützung der Firma Taxitronic ermöglichtes internationales Symposium zum Thema „Der Einsatz von Technologie im Taxi-Sektor: Den Service auf die Bedürfnisse der Kunden zuschneidern" belegt. Redner der IRU und von Taxiverbänden aus Österreich, Russland, USA und Schweden, dem europäischen Automobilverband ACEA sowie der Europäischen Kommission diskutierten über neueste Technologien in den Vermittlungszentralen sowie den Nutzen „sauberer" Taxifahrzeuge.
Auf der traditionellen Abschlusskundgebung des Bundesverbandes am Samstag trug der Abteilungsleiter für Straßenverkehr im Bundesverkehrsministerium, Ministerialdirigent Jörg Wagner in Vertretung des kurzfristig erkrankten Staatssekretärs Achim Großmann die verkehrspolitische Ziele der Bundesregierung vor rund 5.000 Zuschauern vor. Besonders beglückt verließen wieder 2 Unternehmer die Messe: Am ersten Messetag gewann der Aachener Unternehmer Janosz Bukowski ein nagelneues VW Passat Variant TDI-Taxi. Taxiunternehmer Thomas Plamper aus Krefeld konnte sich am Samstag über einen Mercedes B 180 CDI freuen. |
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Bei der im Vorfeld der Messe abgehaltenen Mitgliederversammlung des BZP am 26.10.2006 bildeten ein veränderter Modus für die Wahlen zur Verbandsspitze, umfassende rechtliche Änderungen und die „Dauerbrenner" Krankenfahrten und Gesundheitsreform die thematischen Schwerpunkte.
Im internen Teil verschrieb sich der Bundesverband eine Satzungsänderung, mit der rollierende Wahlen zum Präsidium und Vorstand des BZP eingeführt werden. Der neue Wahlmodus kommt erstmals im Herbst 2007 zur Anwendung, wo ansonsten der gesamte Vorstand und das Präsidium zur Disposition gestanden hätten. Jetzt wird die gegenwärtig von Vizepräsident Hans-Günther Bartels ausgefüllte Position sowie die Vorstandspositionen der Düsseldorferin Magdalena Rüßeler und des Hallensers Dirk Senkbeil im nächsten Herbst neu besetzt, während Vizepräsident Dieter Zillmann bis 2008 und Präsident Hans Meißner bis 2009 in ihren Ämtern verbleiben. Die Posten von dem Bremer Fred Buchholz und dem Kölner Peter Zander werden 2008 bzw. 2009 wieder besetzt. Herr Bartels steht 2007 aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl an, während Dieter Zillmann von der Versammlung für ein über die Amtsperiode hinausgehendes Jahr mandatiert wurde, obwohl er mittlerweile die Altersgrenze für die Wählbarkeit von 65 überschritten hat. Die Mitglieder des BZP versprechen sich von dem rollierenden Verfahren auch künftig Kontinuität in der Verbandsspitze und geordnete „Machtübergänge" insbesondere bei Generationswechseln. Anderenfalls, so das schlagende Argument, wären sonst komplette Führungswechsel auf einen Schlag mit dann einhergehendem Verlust jahrzehntelang aufgebauter Kontakte zumindest nicht auszuschließen.
Nach den Interna referierte Präsident Hans Meißner eingangs seines gewerbepolitischen Berichtes vor rund 120 Delegierten über die wirtschaftliche Lage im Taxi- und Mietwagengewerbe. Zwar sei das Jahr 2006 mit der sich erholenden Gesamtwirtschaft und einer Sonderkonjunktur aufgrund der Fußball-WM ordentlich gelaufen, doch sichtbar am Horizont drohe die Mehrwertsteuererhöhung 2007 als massivste Steuererhöhung der letzten 50 Jahre. Auch wenn das Taxigewerbe nicht direkt betroffen sei, werde dies deutliche Spuren hinterlassen. Das Taxigewerbe sei nicht im direkten Visier der großen Koalition, es habe aber mit einigen Problemen bei bereits verabschiedeten oder aber sicher kommenden Gesetzen zu kämpfen. Neben der Mehrwertsteuererhöhung sei hier auch die Anhebung der Pauschalabgabe für Minijobs von 25 auf 30% zu nennen, die direkt zu einem Wiederanstieg der Schwarzarbeit führt. Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz werde die Unternehmen insbesondere bei Einstellungen vor zum Teil skurrile Probleme stellen.
Während die „glorreiche" Idee der Farbfreigabe langsam politisch im Sande stecken bleibe, hätten die Deregulierungs-Jünger jüngst ein neues Highlight aus dem Ärmel gezaubert: Die Stadt Hamburg habe eine Bundesratsinitiative zur Einführung von beleuchteten Dachwerbeträgern eingebracht. Während sich der Verkehrsausschuss des Bundesrates wie das Bundesministerium unisono mit dem BZP eindeutig dagegen ausgesprochen hätten, plädierte der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates dafür. Tatsächlich sei aber die ohnehin geringe Zahl an Dachwerbeschildern aufgrund der gebrochenen Versprechungen von Traumverdiensten stark rückläufig, der Hamburger „Innovationspionier" greife jetzt nach jeder Rettungsmöglichkeit. Rechtlich ließe sich eine solche Werbemöglichkeit jedoch überhaupt nicht auf Taxis beschränken, vielmehr könnte dann Jedermann und jedes Gewerbe auf diese „sprudelnde Einnahmequelle" zurückgreifen, womit Taxen dann künftig völlig im Straßenbild untergehen würden. Auf solche Bärendienste könne das Gewerbe gerne verzichten. Erstaunlich und eigentlich nur einer Bananenrepublik würdig sei, wie sich hier die Politik für einen abgestürzten Werbeunternehmer prostituiert.
Herausragend wichtig für das gesamte deutsche Taxigewerbe sei, dass eine sehr weitreichende Deregulierungsinitiative aus Brüssel verhindert wurde. Auch durch die Mitarbeit des BZP in der IRU habe man die ursprünglich beabsichtigte Einführung des „Herkunftslandprinzips" bei der neuen EU-Dienstleistungsrichtlinie abgewehrt. Danach hätten z.B. tschechische oder polnische Taxibetriebe ihre Dienstleistungen in Deutschland zu den Konditionen ihrer Heimatländer anbieten können. Jetzt gelte der Begriff der „Freiheit der Dienstleistungen", gleichzeitig wurden zahlreiche Ausnahmebereiche formuliert, zu denen Sozialdienste und - ausdrücklich - der Verkehr samt Taxen gehöre.
Eine absolute Frechheit sei die bei der anstehenden Gesundheitsreform beabsichtigte 3%ige Abschlagsregelung bei Krankenfahrtenentgelten. Zeitgleich mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer würde dies eine Entgeltkürzung um bis zu 6% bedeuten. De BZP habe auf breiter Front Stellungnahmen bezogen und sei auch bei den Verbändeanhörungen vertreten. Man werde mit aller Kraft hiergegen kämpfen, da die Grenze des Zumutbaren angesichts der staatlichen Abzocke an allen Fronten spätestens damit deutlich überschritten werde.
Im Anschluss wurde dem Düsseldorfer Rolf Sebetzky und dem Hanauer Uwe Ringel anlässlich ihres Ausscheidens aus der aktiven Gewerbetätigkeit für ihre langjährigen und engagierte Arbeit vor Ort wie auch in diversen BZP-Ausschüssen und -Gremien die silberne Ehrennadel des Verbandes verliehen. Abschied galt es auch von Lothar Aschmann zu nehmen, der sich nach jahrzehntelanger Tätigkeit bei der Signal Iduna / VdK in den Ruhestand verabschiedet. Präsident Meißner betonte, dass das Gewerbe in ihm einen echten Freund und Partner hatte , der als „Mister VdK" der in Agonie niederliegende VdK wieder Leben eingehaucht und zur unangefochtenen Taxi-Versicherung Nr. 1 ausgebaut hatte. Angesichts seiner immer noch ansteckenden Vitalität wurde Lothar Aschmann vom BZP-Vorstand zum Abschied eine Golfausrüstung übereicht.
Vorträge über Freistellungsverkehre, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und mögliche Auswirkungen auf das Gewerbe, medizinische Betrachtungen von Unfallfolgen aus dem Bereiche des Gewerbes, moderne Gesundheitsprävention sowie ein Ausblick auf das neue Genossenschaftsrecht rundeten eine sehr informationsreiche, aber trotzdem kompakte Mitgliederversammlung ab, die mit dem Dank von Präsident Hans Meißner an die zahlreichen Sponsoren von Abend-, Rahmenveranstaltungen und Tombolas - DaimlerChrysler, Volkswagen, Versicherung der Kraftfahrt, Kienzle Argo Taxi International, Audi, Citroën Opel, Mitsubishi, Ford und Seat wie auch Interfacom/Taxitronic - und nicht zuletzt an die Mannschaft der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen e.V. für deren unermüdlichen Einsatz bei allen Veranstaltungen des größten Taxi-Events in Europa beendet wurde.
(Meldung vom 06.11.2006) |