
Die Europäische Taximesse 2012 wurde am 2. Novemberwochenende in der Kölnmesse (Köln-Deutz) in der Halle 4.1 unter dem Motto „TAXI - Anytime! Anywhere!" veranstaltet. Mit dem Bezug auf das aktuelle, internationale Kampagnen-Motto der IRU und viel internationalem Publikum wurde die mittlerweile 11. Europäische Taximesse ihrem Anspruch wieder voll gerecht, Köln für ein paar Tage zur Taxi-Hauptstadt der Welt zu machen.
Gut 14.000 Besucher stellten der Europäischen Taximesse am 9. und 10. November wieder ein hervorragendes Zeugnis aus, das Niveau lag auf dem der (Rekord-)Vorjahre 2008 und 2010. 
Ruhe vor dem Sturm auf der ETM bei VolkswagenMit 109 Ausstellern aus 15 Ländern wurde dem interessierten Fachpublikum aus dem In- und Ausland - schätzungsweise rund ein Viertel der Besucher kam wieder aus dem Ausland - eine enorme Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen rund um das Gewerbe gezeigt.
Von Abrechnungsdienstleistern für Krankenfahrten, Anbietern von Vermittlungssystemen und Taxametern bis hin zu Spezialversicherern wurden alle Wünsche erfüllt. Auch Taxi-Modellautos in einer sagenhaften Vielfalt wurden von den Kollegen des Taxi Ruf Köln angeboten. 
Mercedes-Benz hat Taxis in jeder Größe...
An erster Stelle des Interesses standen aber natürlich die „großen“ Autos, und da gab es einiges zu bewundern. Mercedes hatte das größte Fahrzeug zu bieten: einen MB Actros-Lkw in „Das Taxi“-Design, gigantischem Taxi-Dachschild und satten 375 kW - ein sicher höchst dekorativer, wenn auch nicht ganz ernst gemeinter Investitionsvorschlag für die Unternehmer. Ansonsten drehte sich viel um alternative Antriebskonzepte. Dabei standen weniger die E-Taxi-Konzepte von (vielleicht) übermorgen, als vielmehr kurzfristig zur Verfügung stehende und auch dem rauen Taxialltag gerecht werdende Antriebsalternativen zum klassischen Diesel im Mittelpunkt. Daimler präsentierte die neue B-Klasse im Erdgas-Trimm, der B 200 Natural Gas Drive wird nicht zuletzt durch seine Wirtschaftlichkeit und 500 Km Reichweite sicher viele Freunde im Gewerbe finden.

Dieselhybrid Nummer 1: Citroën DS 5 Taxi-Studie Während die mittlerweile zahlreichen Benzin-Hybrid-Modelle im Taxigewerbe eher ein Exotendasein führen, erscheint dem Gewerbe die Kombination Elektroantrieb mit Diesel wie auf den Leib geschrieben.
Auf dem Doppelstand von Citroën und Peugeot hierzu gleich zwei Vorschläge: die Citroën DS 5 Taxi-Studie sieht nicht nur „sexy“ aus, sondern überzeugt mit einem kombinierten Verbrauch von nur 3,5 l/100 km bei einem CO2-Ausstoß von 91 g/km.
Dieselhybrid Nummer 2: Peugeot 508 RXH
Auf der gleichen Technologie basiert der Peugeot 508 RXH, der als Taxi seine Weltpremiere feierte. Die Verbindung vom vorderen Dieselmotor mit dem Elektroantrieb an der Hinterachse ermöglicht nicht nur den Antrieb aller vier Räder, sondern auch rein elektrisches Fahren auf Kurzetappen. Der Verbrauchsvorteil gegenüber konventionellen Dieseln soll laut ADAC bei rund einem Drittel liegen.

Viele Spezialumbauten waren in Köln zu sehen
Neben der kompletten topaktuellen Taximodellpalette von Volkswagen, verschiedenen Modellen von Opel, Ford und diversen Importeuren waren aber vor allem die zahlreichen behindertengerechten Umbauten von rund einem Dutzend Anbieter bemerkenswert. Weisen diese Spezialfahrzeuge doch eindeutig auf einen Zukunftsmarkt hin, der bisher noch viel zu wenig Beachtung im Gewerbe findet.

2 Tage lang "Full House": Der BZP-Stand im Mittelpunkt
Über mangelndes Interesse konnte sich auch der BZP-Messestand wieder nicht beklagen. Tausende von Besuchern hielten Delegierte, Ausschussmitglieder und das Messe-Team des Bundesverbandes an beiden Messetagen gehörig in Schwung, allein rund 2.500 Taxi-Image-Folder „TAXI - Jederzeit! Überall!“ gingen über die Theken. Die Kollegen vom Taxi Ruf Köln stifteten anlässlich ihres 75. Jubiläums Modellautos, womit ein Spendenerlös von gut 1.500 Euro zugunsten der TAXIstiftung erzielt wurde. Auch die International Road Transport Union (IRU) zeigte in der Messehalle wieder Flagge und wandte sich mit einem im BZP-Stand integrierten Counter an das zahlreiche internationale Publikum.
Dem internationalen Anspruch wurde die ETM auch durch ihre politischen Foren wieder mehr als gerecht: Auf dem mittlerweile 5. internationalen Taxiforum der IRU wurde das Leitmotiv „TAXI - Anytime! Anywhere!“ am Samstagvormittag vor allem in Hinblick auf Dienstleistungsqualität, Qualifizierungsmaßnahmen und regulatorische Eingriffe aus den unterschiedlichsten nationalen Perspektiven untersucht. Bemerkenswert auch hier die hohe Internationalität des Publikums, insbesondere aus Osteuropa waren viele Gewerbevertreter angereist. Interessenten sei hier die umfassende Information auf der IRU-Webseite (http://www.iru.org/en_5thtaxiforum) mit zahlreichen Vorträgen zum Download sehr ans Herz gelegt!

Bei der BZP-Abschlusskundgebung am Samstagnachmittag begrüßte BZP-Präsident Müller MdB Sören Bartol, den verkehrspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, als Dialogpartner.

MdB Bartol und BZP-Präsident Müller im Dialog
Von der Fachjournalistin Conny Czymoch souverän moderiert, tauschten sich die Experten profund und unterhaltsam über die brennendsten Themen aus: Fiskaltaxameter, kleine Sach-und Fachkunde, Mindestlöhne, Überfallschutzkamera sowie die jüngste PBefG-Reform. Die über 5.000 Zuschauer konnten sich dabei über klare Bekenntnisse des Verkehrsexperten zum Taxi erfreuen, so ist ein ÖPNV nach Bartols Auffassung ohne Taxi gar nicht vorstellbar und könne auch niemals ein guter ÖPNV sein. Insbesondere in kommenden Mobilitätsangeboten komme dem Taxi eine wichtige Rolle zu. Er verstehe die vom BZP geäußerte Kritik an der PBefG-Novelle, persönlich teile er sie auch zumindest teilweise, so z.B. hinsichtlich der Entgeltlichkeit. Die Aufweichung der Formenstrenge werde nach einer Absprache der SPD mit den Grünen 2017 auf Auswirkungen überprüft. Hier bestehe aber auch eine große Chance für das Gewerbe, mit eigenen Modellen und Mobilitätskonzepten neue Märkte zu entwickeln. Konzeptionell müsse sich das Gewerbe auch auf den Mindestlohn einstellen, mit taxifahren müsse eine menschenwürdige Existenz möglich sein.

Über 5.000 Taxler verfolgten das Expertengespräch ...
100%ige Unterstützung von Bartol für die Forderungen von BZP-Präsident Müller, dass auch der Mietwagen sämtliche künftigen Fiskaltaxameter-Anforderungen erfüllen muss und die Sonderregelungen bei der Gurtpflicht gestrichen gehören. Eine spontane Rundfrage der Moderatorin im Saal ergab, dass sich die große Zahl bereits heute ausnahmslos anschnallt(!). Besonders großen Applaus des Publikums erntete Sören Bartol dann auch für sein eindeutiges Bekenntnis zur einheitlichen Taxifarbe Hellelfenbein.

... glücklicher Gewinner: Hüseyin Sen aus Frankfurt
Viele zufriedene Gesichter am Ende also, aber mindestens auch ein richtig glückliches: In der Tombola konnte sich mit Hüseyin Sen ein junger Frankfurter Unternehmer über den von Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland gestifteten „traditionellen“ Hauptgewinn freuen, einen nagelneuen Mercedes E 200 CDI „Das Taxi“.
Auch an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Sponsoren der Tombolas sowie die Veranstalter und Sponsoren der begleitenden Rahmenveranstaltungen und Events, insbesondere Mercedes-Benz und Volkswagen für deren eigenen Abendveranstaltungen, der Signal Iduna-Versicherung, Kienzle Argo Taxi International sowie Citroën, Peugeot, Ford-Fiegl und Toyota.
Und natürlich Glückwunsch und Dank an das Team der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein, die mit viel Know-how und mindestens genauso viel Herz und Engagement wieder eine einzigartige Messe auf die Beine gestellt haben!
Fotos: Peter Jost und Frederik Wilhelmsmeyer
(Letzte Aktualisierung 30.11.2012)