Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören leider weiterhin zur Tagesordnung

Der Beruf des Taxi- und Mietwagenfahrers gehört aufgrund seiner langen Arbeitszeit, aber auch wegen der mit dem ständig steigenden Individualverkehr in den Großstädten zwangsläufig verbundenen Hektik zu einem der anstrengendsten Berufe der heutigen Zeit. Leider gehört er auch zu einem der gefährlichsten, Raubüberfälle auf Taxifahrerinnen und Taxifahrer gehören weiterhin zur Tagesordnung.

Überfallstatistik von 1985 bis 2016

Jahr      VerletzteTote
19852532
19863653
19872904
19882761
19892615
19902603
19913234
19923614
19933842
19943896
199533710
19963024
19972082
19983057
19992983
20004355
20014125
20023853
20034980
20044651
20053253
20064191
20074602
20082620
20092591
20102352
2011*3131
2012*2970
2013*2930
2014*3180
2015*2851
2016*2370

 (* ab 2011 Taxi + Mietwagen)

So wurden 2016 wieder 237 Kolleginnen und Kollegen bei Überfällen und Tätlichkeiten verletzt. Leider war in 2015 erstmalig nach 2011 auch wieder ein Mordopfer zu beklagen, 285 Fahrer und Fahrerinnen verletzt.

Auch wenn die Zahl der Tötungsdelikte sinkt und seit 2008 ein Rückgang der Verletztenzahlen verzeichnet werden kann, wäre eine Entwarnung bei der Sicherheitslage voreilig: von 1985 bis 2016 wurden insgesamt 85 Taxifahrer und Taxifahrerinnen ermordet und über 10.500 bei Überfällen und Tätlichkeiten verletzt! Hinzu kommt noch eine beachtliche Dunkelziffer durch Fälle, die von der Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft, BG Verkehr) nicht erfasst werden. Festzuhalten ist: praktisch täglich wird ein Taxifahrer in Deutschland auch körperlich Opfer eines Überfalls.

Die hohe Zahl der ermordeten sowie bei Überfällen verletzten Taxifahrer und Taxifahrerinnen zeigt vor allem, dass die intensiven Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheitslage im Taxi fortgesetzt werden müssen. Blinkende Dachzeichen, diverse Verbesserungen in den Taxiausstattungen der Fahrzeughersteller, aber auch Überfallschutzkameras sind solche Entwicklungen, zu denen die Unternehmen inzwischen greifen können.

Absolute Sicherheit im Taxi wird aber wohl Illusion bleiben. Viele gutgemeinte und ambitionierte Vorschläge wie z.B. die schusssichere Trennscheibe im Fahrzeuginnenraum fanden weder bei Taxifahrern noch der Kundschaft Akzeptanz. Der Schlüssel zur größtmöglichen Sicherheit im Taxi liegt nach allen Erfahrungen in Prävention und den Vorzügen moderner Sicherheitstechnik, die vor wenigen Jahren noch kaum denkbar erschienen.

Neuen Auftrieb bekommen die nach Ansicht des BZP optimalen, flächendeckend funktionierenden Ortungssysteme auch durch den allgemeinen Trend zu vollautomatischen Vermittlungszentralen auf GPS-Ortungs-Basis kombiniert mit GPRS-Datenfunk. Durch den nicht nur bundesweit, sondern auch länderübergreifend funktionierenden GPRS-Standard in den Mobilfunknetzen steht ein flächendeckendes Medium für zeitgemäße Alarmsysteme zur Verfügung, die bei entsprechender Zentralenausrüstung mit relativ geringem Aufwand und vertretbaren Kosten installiert werden können.

Die Ausrüstung praktisch der gesamten Bremer Taxiflotte mit Überfallschutzkameras hat gezeigt, dass diese enorme präventive Wirkung haben. In kurzer Zeit fiel die Anzahl der Überfälle auf einen Bruchteil der früheren Werte. Einer flächendeckenden Ausrüstung in der Bundesrepublik stehen derzeit leider immer noch – teilweise nicht nachvollziehbare – Bedenken der Landesdatenschutzbeauftragen entgegen.

Der BZP wird auch künftig mit seinen Ausschüssen jeder neuen Idee zur Verbesserung der Sicherheit aufgeschlossen gegenüberstehen und tatkräftig an der generellen Verbesserung der Sicherheitslage arbeiten. Es gibt also gute Ansätze, andererseits ist niemand so vermessen zu glauben, dass es einen absoluten Schutz geben kann und wird. Überfälle werden leider auch in der Zukunft nicht zu verhindern sein, deren Anzahl zu verringern ist aber ein realistischer und chancenreicher Ansatz.

Im Jahre 1991 führten Vorstand und Aufsichtsrat der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G. die TAXIstiftung Deutschland ein, deren Aufgabe es ist, unschuldig in Not geratenen Opfern von Gewaltverbrechen aus dem Taxi- und Mietwagengewerbe zu helfen und deren finanzielle Not zu lindern.

Großen Auftrieb erhielt die Stiftungstätigkeit durch den Beitritt des Bundesverbandes im Jahre 1993. Im Zusammenwirken mit den Stuttgarter Kollegen wurde auch die Sitzverlegung der TAXIstiftung Deutschland von Stuttgart nach Frankfurt am Main zur Geschäftsstelle des BZP beschlossen. Der Vorstand der Stiftung setzt sich zusammen aus den jeweils 3 gewählten Präsidiumsmitgliedern und dem Geschäftsführer des BZP sowie den 3 Mitgliedern des Vorstandes der Taxi Auto Zentrale Stuttgart e.G.

Im Jahr 2016 wurden den Konten der Taxistiftung 12.243,26 € aus Spenden und betrieblichen Geldbußen gutgeschrieben. Für satzungsgemäße Zwecke – also die Betreuung von Taxifahrerinnen und Taxifahrern sowie deren Familienangehörige durch Gewährung von Geldleistungen – wurden 2016 in 4 Fällen insgesamt 16.000 € als Unterstützungsgelder ausgegeben. Insgesamt leistete die TAXIstiftung in den fünfundzwanzig Jahren ihres Bestehens bis Ende 2016 715.048,95 € an Hilfszuwendungen.

Die Daimler AG spendete der Taxistiftung wie in den Vorjahren 2.500 €, Kienzle Argo Taxi International drückte seine Verbundenheit mit dem Gewerbe durch eine Spende von 500 € aus. Die Versicherungsagentur 4 U Assekuranzmakler sammelte anlässlich des 10. Firmenjubiläums Spenden in Höhe von 195 €.

Auch Taxizentralen und Taxiunternehmer zeigen ungebrochene Solidarität und vorbildliches Engagement. So überwies der Münchener IsarFunk 2.000 €, die Taxigenossenschaft Nürnberg 1.000 €. Die Taxi München eG überwies 842,10 €, die Hallo Taxi 3811 GmbH 344,44 €.

Erhebliche Spenden von einzelnen Taxiunternehmern kamen von den Herren Richard Scholle aus Bad Kreuznach (500 €), Nader Arfshari-Rahimzadeh aus Frankfurt (300 €) sowie David Lindner aus Erfurt (250 €). Auch die diversen und meist schon sehr langjährigen Dauerspender sollen hier erwähnt werden, so überwies z.B. der Stuttgarter Taxiunternehmer Bernd Geisbüsch insgesamt 275 € und der Kollege Christoph Mensch aus Kempten (Allgäu) 120 €.

Am 3. Juli 2016 verstarb der Oldenburger Taxiunternehmer und frühere BZP-Vizepräsident Hans-Günther Bartels, der auch im Vorstand der TAXIstiftung aktiv war. Anlässlich der Trauerfeier spendeten Taxiunternehmer, Taxizentralen und Privatpersonen insgesamt 940 € für die TAXIstiftung.



Wir bedanken uns natürlich auch bei allen hier nicht ausdrücklich erwähnten Spendern, die einen Beitrag für die überaus wichtige Arbeit der TAXIstiftung geleistet haben!

Wir hoffen, dass Sie uns niemals brauchen ...
... aber wir brauchen Sie!

TAXIstiftung Deutschland
Gerbermühlstraße 9
60594 Frankfurt/Main
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(Letzte Aktualisierung 10.08.2017)